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Alarmsignale der Suizidgefahrdung

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Alarmsignale der Suizidgefahrdung

Fast allen Suiziden gehen deutliche Signale, respektive mehr oder weniger konkrete Hilferufe voraus. Alarmzeichen zeigen sich häufig durch Aussagen oder ein verändertes Verhalten. Alarmzeichen sind noch kein suizidales Verhalten, aber sie müssen beachtet, ernst genommen und angesprochen werden.


Auffälliges Verhalten

  • Weglaufen; Herumstreunen; die Schule schwänzen / am Arbeitsplatz fehlen

  • Häufigere Unfalle; selbstverletzendes Verhalten; sich vernachlässigen

  • Rückzug: Freundschaften abbrechen; sich isolieren; keine Freunde suchen

  • Veränderung der Essverhaltens (Esssucht, Bulimie, Anorexie, Hungerstreik)

  • Verändertes Sozialverhalten (Aggressivität; abruptes Abbrechen von Hobbys, Sport oder In-den-Ausgang-gehen; Verschenken von lieb gewordenen Sachen; Pflanzen / Tiere nicht mehr pflegen)

  • Stimmungswechsel, depressive Verstimmung, Tranen ohne ersichtlichen Grund, Hoffnungslosigkeit, Resignation, Gleichgültigkeit, plötzliche Hochstimmung

  • Somatische Beschwerden, häufig ohne organischen Befund (Ruhelosigkeit, Müdigkeit, ständige Kopfschmerzen, undefinierbare Bauchschmerzen, Atembeklemmungen, Hyperventilation, Verspannungen, Schlafstörungen)

  • Verlusterfahrung: Der Verlust eines nahe stehenden Menschen führt zum Wunsch, eben falls tot zu sein, "auch im Himmel sein zu wollen."

  • Praktische Schritte (Sammeln von Tabletten; Verstecken von Rasierklingen; Kauf eines Messers / einer anderen Waffe; den "Henkersknoten" üben; einen Abschiedsbrief schreiben; den Nachlass regeln)


Auffällige Äußerungen

Die meisten Menschen geben ihrem Kummer Ausdruck. Sie sprechen darüber, wenn auch in verschleierter Form. Indirekte Aussagen müssen auch ernst genommen werden:

  • "Ich werde mich umbringen." "Ich gehe jetzt auf die rote Brücke." "Ich kann nicht mehr weiter." "Ich will nicht mehr leben." "Sie hören mir ja nie wirklich zu, sie nehmen mich nicht ernst." "Ich sehe keinen Sinn mehr." "Wofür lohnt es sich (noch) zu kämpfen?" "Ich sehe keinen Ausweg aus meiner Situation." "Ich habe keine Lust mehr zum Leben." ,,ich mochte sterben." "Mich beachtet keiner." "Die werden schon sehen!" "Ich gehe bald fort." "Wenn ich mal nicht mehr da bin ..." ,,ich halte es nicht mehr aus." "Ich hasse dieses Leben." "Bitte hört, was ich so nicht sagen kann." "Ich wünschte, ich war' im Himmel." "Ich mochte am liebsten tot sein." "Wenn ich nicht mehr lebe, werdet ihr schon sehen." ,,ich falle jedem zur Last." "Meine Lage wird sich nie bessern.'" "Ich mache das nicht mehr mit." "Wie ist es wohl, unter der Erde zu liegen?"

Quelle: R. Gary, E. Kirtz, S. Kamm, P. JehU, P. Wiesner (2002)


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. September 2011 um 07:10 Uhr